Happy Herbstbeginn und auf eine neue Schreibsaison! 

Erheben wir die Pumpkin-Spice-Lattés. Klatschen wir mit unserne be-sock-ten Füßen und freuen wir uns sehr: Der Herbst 2017 hat heute offiziell begonnen. Natürlich, der Sommer ist an sich eine schöne – und meine liebste – Jahreszeit. Aber mein schreibendes Ich kommt nicht darum herum, sich auf die dunklen, verregneten Nachmittage mit Tee und Laptop zu freuen, in denen ich Schulisches hinfort-prokrastiniere, meinem Hund das Sitzen auf dem Sofa erlaube und mit ihm gemeinsam plane, produktiv zu sein.  Und ehrlich, wer freut sich den nicht auf die septemberlichen Oh-Sommer-Wo-Bist-Du-Texte, die Oktober-Grusel-Geschichten, die November-Nebel-Gedichte und alles, was man im Dezember schreibt, um … Happy Herbstbeginn und auf eine neue Schreibsaison!  weiterlesen

Genug ist genug. Aber wann kommt das? (Vom Leben und Leiden eines Harry-Potter-Fans.)

Ich streichle meinen Zauberstab und seufze. Wolf Haas würde sagen, „jetzt ist schon wieder was passiert“. Ich frage lieber, „hat die Rowling nicht langsam schon genug Geld verdient?“ Als langjähriger Harry-Potter-Fan und Möchtegern-Luxus-Puppe habe ich mich lange, lange Zeit zurückgehalten, die scheinbar unaufhaltsame Ausbreitung des Zauberer-Universums kritisch zu betrachten. Doch zum wer-weiß-wie-viel-tem Jubiläum von wer-weiß-schon-welchem Buch oder Film hatten Joanne Kathleen und Co. eine brandneue Marketing-Idee: Eine Neuauflage der sieben Romane. Das besondere daran: Jedes der Bücher gibt es in vier verschiedenen Farben, nämlich rot, gelb, blau und grün, passend zu den vier Häusern, in die die Zauberer-Schule Hogwarts unterteilt … Genug ist genug. Aber wann kommt das? (Vom Leben und Leiden eines Harry-Potter-Fans.) weiterlesen

Schreibtipp #12: Von Held und Heldin (Teil 1).

Irgendwie kommt man ja doch nicht um sie herum – die Hauptfigur jeder Geschichte. Wir alle kennen sie, die Auserwählten, die Kämpfenden, die, die eigentlich ganz normale Menschen sind, aber aus irgendeinem Grund dann doch den Besonderheits-Grad erlangen, der es rechtfertigt, einen Text über sie zu schreiben. Doch so sehr man Protagonisten und -innen auch lieben kann, so schwer kann es auch sein, sie für sympathisch, authentisch oder interessant zu halten. Deswegen gibt es heute 10 Fragen, die Du Dir und Deiner Hauptfigur stellen kannst, damit ihr beide euch besser kennenlernt. 1. Was ist das Hauptziel/die größte Motivation deiner Hauptfigur? … Schreibtipp #12: Von Held und Heldin (Teil 1). weiterlesen

„Mama, kann ich Kekse?“ Das Verben-Sterben und andere Geschichten.

Kann ich Aufmerksamkeit? Danke. Bin im Allgemeinen für die sprachliche Kreativität. Fürs Ausprobieren. Für die große, geliebte künstlerische Freiheit. Aber nach einem unfreiwilligen Zusammentreffen mit einer Gruppe von Volksschülern (dem kleinen Bruder sei Dank) bin ich von einer Sache überzeugt: In der alltäglichen Sprache kommen die wunderbarsten Ausdrücke ab und wir vergessen sie – vielleicht aus Gruppenzwang, vielleicht als Faulheit. Es folgen 5 bedrohte Gattungen im deutschen Sprach-Reich und Gründe, wieso wir sie schützen sollten. 1. Die Verben Sie waren der Kernpunkt meiner Feldstudie unter den Klassenkameraden meines Bruders (8). „MAMA KANN ICH KEKSE?“ „PAPA KANN ICH SAFT?“ Zuallererst ist … „Mama, kann ich Kekse?“ Das Verben-Sterben und andere Geschichten. weiterlesen

Theaterkater Salzburg ’17: Jedermann. 

Er ist ja eigentlich das Stück der Stücke und ein Muss, für jeden Festspielgast. Der Jedermann von Hugo von Hofmannsthal, uraufgeführt 1911 in Berlin, wurde heuer von Michael Sturminger neuinszeniert. Jedermann (Tobias Moretti) führt ein verschwenderisches Leben und zeigt wenig Respekt für Arme, die Kirche oder seine Mutter. Ermutigt und bestärkt in seinem Lebensstil wird Jedermann von seiner Buhlschaft (=Freundin; gespielt von Stefanie Reinsperger). Doch Gott zeigt sich unerfreut und lässt Jedermann über den Tod mitteilen, dass er sterben muss. Daraufhin zeigt sich Jedermann wiederum unerfreut und bittet um eine letzte Stunde auf der Erde, um sich jemanden suchen zu … Theaterkater Salzburg ’17: Jedermann.  weiterlesen

Schreibtipp #11: Die Magie der Interpunktion.

Hallihallo; und herzlich willkommen zu einem neuen Schreibtipp!!!!!!!!!!! Fällt Dir etwas auf?! Ja, so überaus wichtig sie auch sind, so hilfreich sie auch sein können: Manchmal ist es mit Satzzeichen wie mit Thomas-Brezina-Romanen in einem Bücherregal: Sie sind überflüssig. Doch woher weiß man, wann es genug ist? Es folgen ein Reiseführer durch die unerforschte, exotische und manchmal magische Welt der Interpunktion. Ich bitte im Hinterkopf zu behalten: Das hier sind Tipps und Anregungen, im Endeffekt hat jeder Autor und -in seinen oder ihren eigenen Zugang zu Punkt, Komma und Co. und es gilt, einen eigenen zu finden. Ich versuche nur, … Schreibtipp #11: Die Magie der Interpunktion. weiterlesen

Opernorgie Salzburg ’17: Lady MacBeth, Tom und Jerry.

Besprochene Oper: Lady MacBeth von Mzensk.  Komponist: Dmitri Schostakowitsch Uraufführung: 1934. In Salzburg: August 2017, großes Festspielhaus. Regie: Andreas Kriegenburg Dirigent: Mariss Jansons Handlung: Kaufmannsfrau Katharina ist gelangweilt und unerfüllt in ihrem Leben. Sie verliebt sich in einen Arbeiter und begeht mehrere Morde (u.A. an ihrem Ehemann) um mit ihm zusammen sein zu können. Das fliegt allerdings auf und die beiden sollen in ein sibirisches Arbeitslager geschickt. Hier bemerkt Katharina, dass ihr Geliebter die ganze Liebe nur wegen ihres Geldes vorgetäuscht hat und sich unter den Gefangenen eine neue, jüngere Frau gefunden hat. Aus Verzweiflung stürzt sich Katharina in die Wolga … Opernorgie Salzburg ’17: Lady MacBeth, Tom und Jerry. weiterlesen

Theaterkater Salzburg ’17: Rose Bernd und Gerhart Hauptmann, der versuchte Feminist.

Stück: Rose Bernd. Autor: Gerhart Hauptmann. Uraufführung: 1903. Gesehen: Perner Insel, Salzburg. August 2017. Regie: Karin Henkel. Handlung: Rose Bernd hat ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann und wird schwanger von ihm. Ihr Vater will, dass sie einen hässlichen, aber gut situierten und auch sonst recht anständigen Mann heiratet. Ein dritter Mann findet über ihr heimliches  Verhältnis zu Mann 1 heraus und vergewaltigt sie. Hoffnungslos und sich-verfolgt-fühlend tötet Rose Bernd ihr Kind.  Was ich dazu sage: Die Salzburger scheinen heuer nach einem Motto zu leben. Nämlich, Stück an sich: Nay! Darbietung: Yay! In einem scheinbar ewig langen, dunklen Gang erzählen … Theaterkater Salzburg ’17: Rose Bernd und Gerhart Hauptmann, der versuchte Feminist. weiterlesen

Salzburg ’17: Was Du in Deinen Festspielferien unbedingt erlebt haben musst.

Umsonst ist im Leben nichts – oder doch? Hier eine Liste meiner schönsten und billigsten Erlebnisse in Salzburg die ich ganz unbedingt weiterempfehle. 1. Künstler auf der Straße treffen. Meistens läuft das so ab: Ich, in Sandlerhose, mit zwei Plastiksackerln in der Hand, gehe über einen Zebrastreifen. Mir entgegen quillt die übliche Menschenflut von der anderen Straßenseite. Plötzlich glaube ich, da ein Gesicht erkannt zu haben, drehe mich um und erkenne von hinten: Das war die Hauptrolle aus Stück so-und-so. Einen Bonuspunkt gibt es wenn Du ihr nachläufst und sie ansprichst. Zwei Bonuspunkte wenn sie dich mag und dir ihre … Salzburg ’17: Was Du in Deinen Festspielferien unbedingt erlebt haben musst. weiterlesen

Opernorgie Salzburg ’17: Mozart im Discofieber und ein paar Flüchtlinge. 

Besprochene Oper: La Clemenza di Tito. Komponist: W. A. Mozart.  Uraufführung: 1791. Gesehen: Felsenreitschule, Salzburg, August 2017. Regie: Peter Sellars (der kleine Mann mit den großen Haaren). Dirigent: Teodor Currentzis (der große Mann mit den kleinen Haaren).  Handlung: König Titus ist nett und vergibt allen. Weil er an der Macht ist und seine Haupt-Konkurrentin nicht will sie ihn von seinem besten Freund ermorden lassen. In Mozarts Fassung gelingt das nicht, in Sellars‘ schon, in jedem Fall vergibt König Titus am Ende wieder allen, weil er nett ist. Und weil man so die größte Macht aufbauen kann, denn dadurch stehen sie alle für … Opernorgie Salzburg ’17: Mozart im Discofieber und ein paar Flüchtlinge.  weiterlesen