Schreibtipp #11: Die Magie der Interpunktion.

Hallihallo; und herzlich willkommen zu einem neuen Schreibtipp!!!!!!!!!!!

Fällt Dir etwas auf?!

Ja, so überaus wichtig sie auch sind, so hilfreich sie auch sein können: Manchmal ist es mit Satzzeichen wie mit Thomas-Brezina-Romanen in einem Bücherregal: Sie sind überflüssig. Doch woher weiß man, wann es genug ist?

Es folgen ein Reiseführer durch die unerforschte, exotische und manchmal magische Welt der Interpunktion.

Ich bitte im Hinterkopf zu behalten: Das hier sind Tipps und Anregungen, im Endeffekt hat jeder Autor und -in seinen oder ihren eigenen Zugang zu Punkt, Komma und Co. und es gilt, einen eigenen zu finden. Ich versuche nur, dabei zu helfen.

1. Der Punkt (.)

Ihn gilt es, so früh wie möglich anzusteuern. Punkte schaffen Klarheit und erkennbare Satzstrukturen. So elegant lange Sätze auch wirken können – der Leser wird dir jede mentale Erholungspause danken. Und: Je einfacher der Text formell aufgebaut ist, desto mehr Inhaltliches bleibt dem Publikum in Erinnerung. Zu viele Punkte kann man eigentlich nicht setzen.

2. Das Kolon (:)

Auch bekannt als „Doppelpunkt“: Ein schönes, oft unterschätztes Mittel, um Sätze zu verknüpfen, abzukürzen oder: den Satzrythmus zu verändern. Doch Vorsicht: Im Überfluss verwendet kann dieses Satzzeichen den Text zu sachlich, oder listen-mäßig wirken lassen. Wenn das allerdings Dein Ziel ist: Tobe dich aus!

3. Das Semikolon (;)

Zu Deutsch „Strichpunkt“; dem Doppelpunkt sehr ähnlich; allerdings weniger abschließend. Das Semikolon verbindet zwei Sinneinheiten, die inhaltlich zusammenhängen. Während die Verwendung dieses Satzzeichens sehr elegant und akademisch wirken kann, ist dennoch Vorsicht geboten; wer zu viele Hauptsätze durch Strichpunkte verbindet, anstatt sie mit Punkten zu beenden, läuft Gefahr, Leser und -innen zu verwirren.

4. Das Komma (,)

Man nennt es auch den „Beistrich“ und im Allgemeinen gilt bei der Verwendung, besser zu oft, als zu selten. Die Faustregel, immer ein Komma zu setzen, wenn beim Sprechen eine Pause gemacht werden würde, ist eine gute Methode. Doch ähnlich wie beim Semicolon ist doch auch immer wieder empfehlenswert, die Verwendung eines Punkts in Erwägung zu ziehen. Spätestens, wenn Dein Satz sich schon über vier Zeilen zieht.

5. Die Auslassungspunkte (…)

Sollten beim Schreiben eines Textes eher ausgelassen werden… In Monologen oder Gesprächen ist es meistens hübscher, Sätze mit dem (unten besprochenen) Gedankenstrich abzubrechen. Ganze Sinneinheiten mit Auslassungspunkten zu beenden wirkt volksschüler-haft vage.

6. Das Fragezeichen (?)

Nur einmal, nach einer Frage. Wenn Du das Bedürfnis hast, ein zweites dahinter zu stellen, überlege Dir, ob die Frage nicht vielleicht einfach frag-iger formuliert werden könnte.

7. Das Ausrufezeichen (!)

Was sagt es über deinen Satz aus, wenn er ein Ausrufezeichen braucht, um Aufmerksamkeit zu erregen?

8. Das Hochkomma (‚)

Die Engländerin braucht es für den Genitiv, also den 2. Fall. Aber Lisa’s Handtasche gibt es auf Deutsch nicht, bei uns ist es Lisas Handtasche, aus, Ende. Alles andere ist nicht cool oder fresh oder hipster, sondern einfach nur falsch. Die einzige Ausnahme sind Wörter, die schon im Nominativ (im 1. Fall) so enden, dass sich da kein zusätzliches -s mehr dranhängen lässt. Zum Beispiel ist es Felix‘ Schuh oder Felicitas‘ Schuh.

9. Der Bindestrich (-)

Verbindet, wie der Name schon sagt, meistens zwei Wort-Teile und trägt dabei meistens zur Verständlichkeit des Textes bei. Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskaptänskrawattenhalter ist doch um einiges weniger leicht lesbar als Donau-Dampfschiff-Fahrts-Gesellschafts-Kaptäns-Krawatten-Halter. Es spricht also nichts gegen die Verwendung dieses Satzzeichens.

10. Der Gedankenstrich (–)

Ein schönes Mittel, um – innerhalb eines Satzes – Einschübe vorzunehmen. Der Gedankenstrich trennt einzelne Satzteile auf sehr übersichtliche Art und Weise und kann meist statt eines Beistrichs verwendet werden. Aber Vorsicht: Der Gedankenstrich ist länger als ein normaler Bindestrich.

12. Das Anführungszeichen („)

Sehr harmlos, meistens beginnen oder beenden sie eine direkte Rede. Gefährlicher werden sie, wenn ein einzelnes Wort „unter Anführungszeichen“ gesetzt werden soll. Ein ironischer Trick, der einem Text schnell dir Ernsthaftigkeit nehmen kann.

13. Die Schrägstriche (/ \)

Werden besonders in der modernen Lyrik immer populärer. Sind ein sehr optisches Stilmittel und können interessant wirken – ein einem „traditionelleren“ Text allerings haben sie wenig verloren.

14. Die Klammer (())

Hier empfehle ich nur eine Überlegung: Wie relevant ist deine Aussage, wenn du sie in eine Klammer setzen musst?

15. Das Leerzeichen ( )

Wird hier nur angeführt, weil es offiziell auch als Satzzeichen klassifiziert ist. Die Verwendung dürfte im Allgemeinen klar sein: Bitte nach jedem Wort, aber nicht zwischen Wort und Satzzeichen. Und die Leertaste nach Möglichkeit nur einmal drücken.

 

Weitere Tipps????? Ich freue mich auf Kommentare!!!!!!!

– Susi

 

 

 

 

 

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