Theaterkater – Der Morgen danach: Becketts Endspiel

Wache auf. Neun Uhr dreißig. Für meine Verhältnisse spät. Stöhne, tappse im verkehrt herum angezogenen Pyjama durch die Küche, auf der Suche nach dem Wasserhahn. Dabei war ich gestern doch vorbildlich, habe nicht zu tief in die Flasche, nein, sondern nur zu lange auf die Bühne geblickt; leide heute nun an dem, was ich einen Theaterkater nenne. Statt Alkohol-bedingtem Kopfschmerz schmerzen mir die Finger vom Interpretationen-Googeln; statt mir übergibt sich mein Hirn – nicht, weil ich versuche, auszurechnen, beim wievielten Glas ich gestern eigentlich hätte aufhören sollen, sondern weil es nicht aufhört, zu denken, zu reden, schreiben zu wollen über … Theaterkater – Der Morgen danach: Becketts Endspiel weiterlesen

Zwischen Eierschwammerln und guter Bergluft

Ich sitze mittwochmittags auf dem gemütlichen Sofa unserer kleinen Berghütte, mitten im Nirgendwo in Oberkärnten, in welcher meine Familie eine Woche lang haust und schreibe selig meine Geschichte, als von draußen ein Ruf ertönt. Wenige Minuten später taucht das Gesicht des Besitzers der Hütte am Fenster auf und fordert meine Schwestern und mich zum Pilze sammeln auf. Meine flehenden Blicke werden von meiner Familie demonstrativ ignoriert, sodass  ich dazu verdammt bin, mit zu trotten. Nicht einmal fünf Minuten später wird uns erklärt, wie man richtig Eierschwammerl klaubt. Der anfangs überkommende Unmut über die eiergelben Pilze schlägt in die „Ist-ja-auch-egal-ich-muss-so-oder-so“-Einstellung um … Zwischen Eierschwammerln und guter Bergluft weiterlesen

Schreibtipp #3: Am besten, am größten, am schönsten – der Mut zum Superlativ.

Übertreibungen sind böse. Ein Grundsatz, den wir, als alltägliche Geschichtenerzähler und vom-Leben-Berichter von Anfang an gelernt haben. „Anzugeben“ ist nicht gut. Bescheideheit schickt sich. Ein Grundsatz, der auch die zeitgenössische Literatur beeinflusst, was mir besonders in Bezug auf die moderne Jugendbuchszene auffällt. Es ist ja fast unmöglich geworden, den Klappentext eines Unterhaltungsromans zu lesen ohne auf ein „Max Mustermann ist ein ganz normaler Junge“, oder „eigentlich gab es nichts Besonderes an Beate Beispiel“ zu stoßen, darüber zu stolpern. Wieso wir stolpern? Weil danach in jedem Fall ein „aber“ steht, eine Ergänzung, ein Teil-Stück einer Information, die aus Max und Beate zwei … Schreibtipp #3: Am besten, am größten, am schönsten – der Mut zum Superlativ. weiterlesen

Warum sind wir so?

-eine Frage, die mich nach Streiten immer beschäftigt… Wir hinterfragen alles, spannen uns gegenseitig aus, belügen, verraten, leugnen, sind unzurechnungsfähig, handeln ungerecht, fahren uns gegenseitig an, intrigieren miteinander gegeneinander und gehen uns selbst damit auf den Geist. Wir Menschen folgen unserem Instinkt, manchmal mehr, manchmal weniger. Wenn uns etwas nicht passt, dann sagen wir es. Manche auf Umwegen und heimlich, manche einfach, direkt und geradeaus. Wie jeder Einzelne handelt, bleibt uns überlassen. Und ob wir mit den Folgen umgehen können, ist wieder ein Thema für sich. Aber warum sind wir so? Trägt die Welt nicht genug Leid mit sich? Ist … Warum sind wir so? weiterlesen

Entschuldigung, wie komme ich zum Bücherfriedhof?

– eine kafkaeske Reiseerfahrung Prag. 23. Juli. Bei sommerlichen 28 Grad Celsius strömen Touristen durch die Straßen, schauen sich an, was sehenswürdig ist, verstopfen, was man nicht verstopfen sollte. Mit Rucksäcken, Regenschirmen, Reiseführern drängen sie sich durch die Masse, die sie selber bilden. Ein Teil dieser Masse bin auch ich, die, genauso wie gefühlte einundertsiebunddreißigtausendundzwölf (wunderbare Zahl, nicht?) andere Weltbewohner auf die Idee gekommen ist, an einem Juliwochenende die Stadt der hundert Türme zu besichtigen.  Auf den Spuren Kafkas, der, woran mich das smarte Phone in meiner Tasche gerne erinnert, hier im Jahre 1883 als Sohn eines jüdischen Elternpaars geboren … Entschuldigung, wie komme ich zum Bücherfriedhof? weiterlesen

Schreibtipp #2: Writing about your insecurities

Insecurities follow us everywhere in life. They can range from small obstacles you overcome everyday to a nightmare that haunts you your whole life. It often happens that we get insecure about the things we like to do most because of various reasons. In this case, I am often insecure about my writing. So I wrote about how insecure I am about my writing and it really helped. If you ever feel like you’re not good enough, convince yourself that you are, or get it out there somehow! Write about it! Here’s my text about my writing insecurity: Confession of … Schreibtipp #2: Writing about your insecurities weiterlesen

Schreibtipp #1: Keine Angst vor schlechten Texten.

Wir kennen es doch alle: Leere Seiten, offene und bald wieder geschlossene Word-Dokumente. Druck, etwas zu schreiben, aber kein Anfang, kein Ende, keine Idee, dafür das Wissen, dass dringend eine her muss, eine brilliante sogar, man will ja schließlich nichts Gutes, nein, man möchte etwas Ausgezeichnetes schreiben. Kugelschreiber werden auf und wieder zu geschraubt, Finger trommeln auf der Tischkante im Rhythmus des Liedes vor dem wir uns alle fürchten: „Schreibblockade, Schreibblockade.“ Witzig aber wahr, so sehr wir solche Hirnhemmungen auch hassen – meistens reden wir sie uns selber ein. Am allerliebsten natürlich, wenn der Abgabetermin für die Seminararbeit oder der … Schreibtipp #1: Keine Angst vor schlechten Texten. weiterlesen