Happy Herbstbeginn und auf eine neue Schreibsaison! 

Erheben wir die Pumpkin-Spice-Lattés. Klatschen wir mit unserne be-sock-ten Füßen und freuen wir uns sehr: Der Herbst 2017 hat heute offiziell begonnen. Natürlich, der Sommer ist an sich eine schöne – und meine liebste – Jahreszeit. Aber mein schreibendes Ich kommt nicht darum herum, sich auf die dunklen, verregneten Nachmittage mit Tee und Laptop zu freuen, in denen ich Schulisches hinfort-prokrastiniere, meinem Hund das Sitzen auf dem Sofa erlaube und mit ihm gemeinsam plane, produktiv zu sein.  Und ehrlich, wer freut sich den nicht auf die septemberlichen Oh-Sommer-Wo-Bist-Du-Texte, die Oktober-Grusel-Geschichten, die November-Nebel-Gedichte und alles, was man im Dezember schreibt, um … Happy Herbstbeginn und auf eine neue Schreibsaison!  weiterlesen

Das Fleisch der Erde

Das Fleisch der Erde steht vor dir, du legst deine Hände auf die raue Haut und spürst durch deine Finger den Pulsschlag des Herzes. Du atmest das Kohlenstoffdioxid des Baumes ein und lebst, während das Fleisch deins zum Atmen braucht. Deine Hände berühren etwas Klebriges, Blut, das von der furchigen, ledrigen Haut heruntertropft, honigfarbene Tränen. Fasst dir schulbewusst an den Hals, an welchem versteinertes Blut im Spätabendsommerlicht funkelt. Denkst an den bis zur Perfektion geschliffenen Mahagoniesstisch in deinem Speisesaal, an deine gewaltige, weitumfassende Bibliothek mit über tausend Folianten, die seit über hundert Jahren dort ruhen und schweigend auf das faulende … Das Fleisch der Erde weiterlesen

Schreibtipp #5: Ist weniger mehr?

Adrenalinkicks, Abenteuer, bis hin zur Apokalypse – wir alle suchen das Atemberaubende, lassen unsere Helden gerne von Klippen springen und Monster bezwingen, sich auf den ersten Blick verlieben, wilde Partys feiern und dabei versehentlich ihren Mörder einladen. Weil es uns aufweckt. Weil es uns hinaus holt, aus dem Alltag und hinein zieht in eine neue, unbekannte, Action-geladene Welt, weil wir mittags am Strand oder abends auf der Couch nunmal nicht nur unterhalten, sondern gespannt, gefordert und bewegt werden wollen. Als Schreiber trägt man gerne dick auf, tötet seine Charaktere ja schon unbewusst, bricht fließbandmäßig Herzen. Wir schreiben uns in alles … Schreibtipp #5: Ist weniger mehr? weiterlesen

Das Kinder/Kunst-Dilemma – Wem Bilder wirklich „blunz’n“ sind.

War letztens mit Freunden im Museum. Einer der Vorzüge, im wunderschönen Wien zu wohnen, ist nämlich, dass dort allen Unter-18-Jährigen freier Eintritt in sämtliche Ausstellungen und Sammlungen garantiert ist. Damit man sich auch als Nicht-Verdiener und Zwanzig-Euro-Taschengeld-Bezieher das Kulturerlebnis leisten kann.Oder: Weil „die Jugend heute ja eh nicht mehr ins Museum geht“. Weil „Kindern die Kunst in Wirklichkeit ja blunz’n ist“ (blunz’n = wienerisch: egal). So standen wir also da, eine Gruppe von fünf Jugendlichen, hatten bereits zwei Stunden zwischen Schiele, Monet und einer Unmenge asiatischer, ständig das Foto-Verbot zu umgehen versuchender Touristen verbracht, als wir Gustav Klimts Kuss erreichten, … Das Kinder/Kunst-Dilemma – Wem Bilder wirklich „blunz’n“ sind. weiterlesen

Hüttentagebuch #3: Achtung: Alkohol-Alarm!

Ereignis des Tages: Sophie macht zum ersten Mal alleine Käseknöpfle und probiert Schnaps! Sie fand ihn grauenvoll.   Wetter ist neblig und kalt, deswegen: Sauna, lesen und schlafen! 17:00: Auch Sophie will sich hinlegen. 17:05: Anne und Renate beginnen „Wüds Wossa“ von den Seern zu singen, Britta versucht zu filmen. Es scheint nicht so recht zu funktionieren. Alkoholstand seit Ankunft: 7 Flaschen Sekt, 2 Flaschen Schnaps, ein paar Bier Alkoholstand heute: 3 Flaschen Sekt (in progress), fast eine Flasche Schnaps Sophie versucht es zu ignorieren indem sie liest. 18:20: Sie hören auf „Wüds Wossa“ zu singen, anscheinend haben sie ein … Hüttentagebuch #3: Achtung: Alkohol-Alarm! weiterlesen

Schreibtipp #4: Warum eigentlich zum Schriftsteller? -Die wichtigste Regel der Schreiber

Ja, gute Frage, warum zum Schreiber, wenn man doch einfach in einer mainstream-Firma 24/7 arbeiten und als Normal-Verdiener ein nettes Leben führen kann? Warum sich erst den Kopf zerbrechen, ob man überhaupt einen Verlag findet und warum dann damit kein Geld verdienen können, wo man so viel Zeit und Liebe in jedes Buch gesteckt hat? Es gibt tausende Autoren auf der Welt.  Man kann keine zweite JK Rowling oder kein zweiter Tolkien werden. Alle Fantasiereserven sind doch ausgeschöpft. Du bist nur eine/r von Millionen Menschen, die hoffen, mit Schreiben ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Also warum zum Schriftsteller, es hat … Schreibtipp #4: Warum eigentlich zum Schriftsteller? -Die wichtigste Regel der Schreiber weiterlesen

Theaterkater – Der Morgen danach: Becketts Endspiel

Wache auf. Neun Uhr dreißig. Für meine Verhältnisse spät. Stöhne, tappse im verkehrt herum angezogenen Pyjama durch die Küche, auf der Suche nach dem Wasserhahn. Dabei war ich gestern doch vorbildlich, habe nicht zu tief in die Flasche, nein, sondern nur zu lange auf die Bühne geblickt; leide heute nun an dem, was ich einen Theaterkater nenne. Statt Alkohol-bedingtem Kopfschmerz schmerzen mir die Finger vom Interpretationen-Googeln; statt mir übergibt sich mein Hirn – nicht, weil ich versuche, auszurechnen, beim wievielten Glas ich gestern eigentlich hätte aufhören sollen, sondern weil es nicht aufhört, zu denken, zu reden, schreiben zu wollen über … Theaterkater – Der Morgen danach: Becketts Endspiel weiterlesen

Zwischen Eierschwammerln und guter Bergluft

Ich sitze mittwochmittags auf dem gemütlichen Sofa unserer kleinen Berghütte, mitten im Nirgendwo in Oberkärnten, in welcher meine Familie eine Woche lang haust und schreibe selig meine Geschichte, als von draußen ein Ruf ertönt. Wenige Minuten später taucht das Gesicht des Besitzers der Hütte am Fenster auf und fordert meine Schwestern und mich zum Pilze sammeln auf. Meine flehenden Blicke werden von meiner Familie demonstrativ ignoriert, sodass  ich dazu verdammt bin, mit zu trotten. Nicht einmal fünf Minuten später wird uns erklärt, wie man richtig Eierschwammerl klaubt. Der anfangs überkommende Unmut über die eiergelben Pilze schlägt in die „Ist-ja-auch-egal-ich-muss-so-oder-so“-Einstellung um … Zwischen Eierschwammerln und guter Bergluft weiterlesen

Schreibtipp #3: Am besten, am größten, am schönsten – der Mut zum Superlativ.

Übertreibungen sind böse. Ein Grundsatz, den wir, als alltägliche Geschichtenerzähler und vom-Leben-Berichter von Anfang an gelernt haben. „Anzugeben“ ist nicht gut. Bescheideheit schickt sich. Ein Grundsatz, der auch die zeitgenössische Literatur beeinflusst, was mir besonders in Bezug auf die moderne Jugendbuchszene auffällt. Es ist ja fast unmöglich geworden, den Klappentext eines Unterhaltungsromans zu lesen ohne auf ein „Max Mustermann ist ein ganz normaler Junge“, oder „eigentlich gab es nichts Besonderes an Beate Beispiel“ zu stoßen, darüber zu stolpern. Wieso wir stolpern? Weil danach in jedem Fall ein „aber“ steht, eine Ergänzung, ein Teil-Stück einer Information, die aus Max und Beate zwei … Schreibtipp #3: Am besten, am größten, am schönsten – der Mut zum Superlativ. weiterlesen