Happy Herbstbeginn und auf eine neue Schreibsaison! 

Erheben wir die Pumpkin-Spice-Lattés. Klatschen wir mit unserne be-sock-ten Füßen und freuen wir uns sehr: Der Herbst 2017 hat heute offiziell begonnen. Natürlich, der Sommer ist an sich eine schöne – und meine liebste – Jahreszeit. Aber mein schreibendes Ich kommt nicht darum herum, sich auf die dunklen, verregneten Nachmittage mit Tee und Laptop zu freuen, in denen ich Schulisches hinfort-prokrastiniere, meinem Hund das Sitzen auf dem Sofa erlaube und mit ihm gemeinsam plane, produktiv zu sein.  Und ehrlich, wer freut sich den nicht auf die septemberlichen Oh-Sommer-Wo-Bist-Du-Texte, die Oktober-Grusel-Geschichten, die November-Nebel-Gedichte und alles, was man im Dezember schreibt, um … Happy Herbstbeginn und auf eine neue Schreibsaison!  weiterlesen

Victor Hugo und was von ihm bleibt

Hallo, liebe Bloggerfreunde! (Zu) lang ist’s her, als wir uns das letzte Mal aufgerafft haben, um mit der Welt unsere Beiträge zu teilen, doch jetzt rutschen wir hoffentlich wieder in die regelmäßige-Post-Phase hinein. Außerdem flauen gerade die letzten Tests, Schularbeiten etc. ab, somit könnt ihr spätestens im Juni wieder voll und ganz mit uns rechnen. Mein letzter Beitrag war über meine Zeit in Frankreich und in diesem geht es um einen Landsmann, nämlich *trommelwirbel* Victor Hugo. Richtig, den Schriftsteller. Was wären wir für ein Literaturblog, wenn wir ihn nicht anlässlich seines gestrigen 132. Todestag erwähnen würden?   Deshalb:   3 … Victor Hugo und was von ihm bleibt weiterlesen

Das Fleisch der Erde

Das Fleisch der Erde steht vor dir, du legst deine Hände auf die raue Haut und spürst durch deine Finger den Pulsschlag des Herzes. Du atmest das Kohlenstoffdioxid des Baumes ein und lebst, während das Fleisch deins zum Atmen braucht. Deine Hände berühren etwas Klebriges, Blut, das von der furchigen, ledrigen Haut heruntertropft, honigfarbene Tränen. Fasst dir schulbewusst an den Hals, an welchem versteinertes Blut im Spätabendsommerlicht funkelt. Denkst an den bis zur Perfektion geschliffenen Mahagoniesstisch in deinem Speisesaal, an deine gewaltige, weitumfassende Bibliothek mit über tausend Folianten, die seit über hundert Jahren dort ruhen und schweigend auf das faulende … Das Fleisch der Erde weiterlesen

 Theaterkater (Oder Kasperlkino?): Schillers Die Räuber

War gestern im Theater. Wenn man so will. Bin die Vollstheatertreppe auf und ab gestöckelt, hab im 2 Seiten dicken Programmheft geblättert, während Deutschlehrer über Deutschlehrer mich für ein entlaufenes Schaf seiner unfreiwillig anwesenden Herde hielt. Tatsächlich waren in den Möchtegern-barocken Hallen mehr Schulklassen anwesend, als ich unserer Republik je zu beherbergen zugetraut hätte.  Wundern sollen hätte es mich nicht: Friedrich Schillers Die Räuber gehört neben Faust I und Fifty Shades of Grey  zu den Büchern, deren Fängen selbst Literatur-Hasser und Anhänger der Ich-Lese-Niemals-Sekte nicht entkommen können.  Doch die Aufführung, die mit dem gestrigen Tage, dem 18. Oktober 2016, ihre Erstaufführung …  Theaterkater (Oder Kasperlkino?): Schillers Die Räuber weiterlesen

Schwarz, Weiß, Kariert -Rezension „Die Schachnovelle“

Mit der Schulzeit haben auch Hausübungen, Tests und Portfolios angefangen, genauso wie die (gefürchteten) Klassenlektüren. Meine Klasse wurde aufgefordert, sich die „Schachnovelle“ von Stefan Zweig zu besorgen und diese dann zu Hause zu lesen. Ich muss zugeben, anfangs war ich nicht sonderlich begeistert, denn wie sollte ein Buch über Schach schon spannend verlaufen? Ich spielte zwar hin und wieder ein paar Partien, konnte mir jedoch nicht im Geringsten vorstellen, was daran so lesenswert sein sollte.   Der anfänglich Unmut über die hochgestochene Wortwahl, der auf viele von uns drückte, schlug schnell in ein „hey-so-schlecht-ist-dieses-Buch-gar-nicht“-Gefühl um und so lasen wir es … Schwarz, Weiß, Kariert -Rezension „Die Schachnovelle“ weiterlesen

Schreibtipp #4: Warum eigentlich zum Schriftsteller? -Die wichtigste Regel der Schreiber

Ja, gute Frage, warum zum Schreiber, wenn man doch einfach in einer mainstream-Firma 24/7 arbeiten und als Normal-Verdiener ein nettes Leben führen kann? Warum sich erst den Kopf zerbrechen, ob man überhaupt einen Verlag findet und warum dann damit kein Geld verdienen können, wo man so viel Zeit und Liebe in jedes Buch gesteckt hat? Es gibt tausende Autoren auf der Welt.  Man kann keine zweite JK Rowling oder kein zweiter Tolkien werden. Alle Fantasiereserven sind doch ausgeschöpft. Du bist nur eine/r von Millionen Menschen, die hoffen, mit Schreiben ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Also warum zum Schriftsteller, es hat … Schreibtipp #4: Warum eigentlich zum Schriftsteller? -Die wichtigste Regel der Schreiber weiterlesen

Theaterkater – Der Morgen danach: Becketts Endspiel

Wache auf. Neun Uhr dreißig. Für meine Verhältnisse spät. Stöhne, tappse im verkehrt herum angezogenen Pyjama durch die Küche, auf der Suche nach dem Wasserhahn. Dabei war ich gestern doch vorbildlich, habe nicht zu tief in die Flasche, nein, sondern nur zu lange auf die Bühne geblickt; leide heute nun an dem, was ich einen Theaterkater nenne. Statt Alkohol-bedingtem Kopfschmerz schmerzen mir die Finger vom Interpretationen-Googeln; statt mir übergibt sich mein Hirn – nicht, weil ich versuche, auszurechnen, beim wievielten Glas ich gestern eigentlich hätte aufhören sollen, sondern weil es nicht aufhört, zu denken, zu reden, schreiben zu wollen über … Theaterkater – Der Morgen danach: Becketts Endspiel weiterlesen

Zwischen Eierschwammerln und guter Bergluft

Ich sitze mittwochmittags auf dem gemütlichen Sofa unserer kleinen Berghütte, mitten im Nirgendwo in Oberkärnten, in welcher meine Familie eine Woche lang haust und schreibe selig meine Geschichte, als von draußen ein Ruf ertönt. Wenige Minuten später taucht das Gesicht des Besitzers der Hütte am Fenster auf und fordert meine Schwestern und mich zum Pilze sammeln auf. Meine flehenden Blicke werden von meiner Familie demonstrativ ignoriert, sodass  ich dazu verdammt bin, mit zu trotten. Nicht einmal fünf Minuten später wird uns erklärt, wie man richtig Eierschwammerl klaubt. Der anfangs überkommende Unmut über die eiergelben Pilze schlägt in die „Ist-ja-auch-egal-ich-muss-so-oder-so“-Einstellung um … Zwischen Eierschwammerln und guter Bergluft weiterlesen

Schreibtipp #3: Am besten, am größten, am schönsten – der Mut zum Superlativ.

Übertreibungen sind böse. Ein Grundsatz, den wir, als alltägliche Geschichtenerzähler und vom-Leben-Berichter von Anfang an gelernt haben. „Anzugeben“ ist nicht gut. Bescheideheit schickt sich. Ein Grundsatz, der auch die zeitgenössische Literatur beeinflusst, was mir besonders in Bezug auf die moderne Jugendbuchszene auffällt. Es ist ja fast unmöglich geworden, den Klappentext eines Unterhaltungsromans zu lesen ohne auf ein „Max Mustermann ist ein ganz normaler Junge“, oder „eigentlich gab es nichts Besonderes an Beate Beispiel“ zu stoßen, darüber zu stolpern. Wieso wir stolpern? Weil danach in jedem Fall ein „aber“ steht, eine Ergänzung, ein Teil-Stück einer Information, die aus Max und Beate zwei … Schreibtipp #3: Am besten, am größten, am schönsten – der Mut zum Superlativ. weiterlesen