“Papa red‘ doch Deutsch“ – Vom Aufwachsen mit Dialekt.

In der Schule lobt man mein Hochdeutsch. Die harten Ts, die schönen eis und aus, beim Vorlesen. Das R, das ich nicht rollen, aber stimmhaft klingen lassen kann. Meine Aussprache ist ja schließlich ein Zeichen von Bildung; sie steht für ein Interesse an den höheren Formen der Kultur. Wenn ich dann zum Telefon greife, weil Oma aus Oberösterreich anruft, der Schock: Da kommen Laute aus meinem Mund, die man von mir bei Weitem nicht gewohnt ist; der berühmte „Oachkatzlschwoaf“ ist Nichts, im Vergleich zu den Worten, die ich benutze. In Niederösterreich gehören ich, und mein Vater, als dialektsprechender Universitätsprofessor, einer … “Papa red‘ doch Deutsch“ – Vom Aufwachsen mit Dialekt. weiterlesen

Schwarz, Weiß, Kariert -Rezension „Die Schachnovelle“

Mit der Schulzeit haben auch Hausübungen, Tests und Portfolios angefangen, genauso wie die (gefürchteten) Klassenlektüren. Meine Klasse wurde aufgefordert, sich die „Schachnovelle“ von Stefan Zweig zu besorgen und diese dann zu Hause zu lesen. Ich muss zugeben, anfangs war ich nicht sonderlich begeistert, denn wie sollte ein Buch über Schach schon spannend verlaufen? Ich spielte zwar hin und wieder ein paar Partien, konnte mir jedoch nicht im Geringsten vorstellen, was daran so lesenswert sein sollte.   Der anfänglich Unmut über die hochgestochene Wortwahl, der auf viele von uns drückte, schlug schnell in ein „hey-so-schlecht-ist-dieses-Buch-gar-nicht“-Gefühl um und so lasen wir es … Schwarz, Weiß, Kariert -Rezension „Die Schachnovelle“ weiterlesen

Das Leben ist es wert-Rezension „Dienstags bei Morrie“

Habe neulich das Buch „Dienstags bei Morrie“ beendet, denn die Schüler, die das Wahlpflichtfach Religion gewählt haben, wurden aufgefordert über die Sommerferien ein Buch mehr zu lesen und so auch ich (obwohl ich zugeben muss, Wahlpflichtfach Deutsch bevorzugt zu haben, welches leider nicht zustande gekommen ist) Anfangs aus reinem Pflichtgefühl und sonst aufkommenden Gewissenbissen begann ich also das Buch zu lesen und Voilá: Ich war überwältigt.   Aber wir wollen nicht vorgreifen.   Mini-Inhaltsangabe: Der Journalist Mitch Albom erfährt durch Zufall, dass sein ehemaliger Professor Morrie Schwartz schwer an ALS erkrankt ist und bald seiner tödlichen Krankheit erliegen wird. Um … Das Leben ist es wert-Rezension „Dienstags bei Morrie“ weiterlesen

Schreibtipp #3: Am besten, am größten, am schönsten – der Mut zum Superlativ.

Übertreibungen sind böse. Ein Grundsatz, den wir, als alltägliche Geschichtenerzähler und vom-Leben-Berichter von Anfang an gelernt haben. „Anzugeben“ ist nicht gut. Bescheideheit schickt sich. Ein Grundsatz, der auch die zeitgenössische Literatur beeinflusst, was mir besonders in Bezug auf die moderne Jugendbuchszene auffällt. Es ist ja fast unmöglich geworden, den Klappentext eines Unterhaltungsromans zu lesen ohne auf ein „Max Mustermann ist ein ganz normaler Junge“, oder „eigentlich gab es nichts Besonderes an Beate Beispiel“ zu stoßen, darüber zu stolpern. Wieso wir stolpern? Weil danach in jedem Fall ein „aber“ steht, eine Ergänzung, ein Teil-Stück einer Information, die aus Max und Beate zwei … Schreibtipp #3: Am besten, am größten, am schönsten – der Mut zum Superlativ. weiterlesen

Entschuldigung, wie komme ich zum Bücherfriedhof?

– eine kafkaeske Reiseerfahrung Prag. 23. Juli. Bei sommerlichen 28 Grad Celsius strömen Touristen durch die Straßen, schauen sich an, was sehenswürdig ist, verstopfen, was man nicht verstopfen sollte. Mit Rucksäcken, Regenschirmen, Reiseführern drängen sie sich durch die Masse, die sie selber bilden. Ein Teil dieser Masse bin auch ich, die, genauso wie gefühlte einundertsiebunddreißigtausendundzwölf (wunderbare Zahl, nicht?) andere Weltbewohner auf die Idee gekommen ist, an einem Juliwochenende die Stadt der hundert Türme zu besichtigen.  Auf den Spuren Kafkas, der, woran mich das smarte Phone in meiner Tasche gerne erinnert, hier im Jahre 1883 als Sohn eines jüdischen Elternpaars geboren … Entschuldigung, wie komme ich zum Bücherfriedhof? weiterlesen

Schreibtipp #2: Writing about your insecurities

Insecurities follow us everywhere in life. They can range from small obstacles you overcome everyday to a nightmare that haunts you your whole life. It often happens that we get insecure about the things we like to do most because of various reasons. In this case, I am often insecure about my writing. So I wrote about how insecure I am about my writing and it really helped. If you ever feel like you’re not good enough, convince yourself that you are, or get it out there somehow! Write about it! Here’s my text about my writing insecurity: Confession of … Schreibtipp #2: Writing about your insecurities weiterlesen

Schreibtipp #1: Keine Angst vor schlechten Texten.

Wir kennen es doch alle: Leere Seiten, offene und bald wieder geschlossene Word-Dokumente. Druck, etwas zu schreiben, aber kein Anfang, kein Ende, keine Idee, dafür das Wissen, dass dringend eine her muss, eine brilliante sogar, man will ja schließlich nichts Gutes, nein, man möchte etwas Ausgezeichnetes schreiben. Kugelschreiber werden auf und wieder zu geschraubt, Finger trommeln auf der Tischkante im Rhythmus des Liedes vor dem wir uns alle fürchten: „Schreibblockade, Schreibblockade.“ Witzig aber wahr, so sehr wir solche Hirnhemmungen auch hassen – meistens reden wir sie uns selber ein. Am allerliebsten natürlich, wenn der Abgabetermin für die Seminararbeit oder der … Schreibtipp #1: Keine Angst vor schlechten Texten. weiterlesen