Ovid und der (Liebes-)kriegsdienst

Heute geht es um alte Literatur. Nein, nicht goethe-alt oder eschenbach-antik. Eine, die älter ist als das Jahr 0.

Nämlich um den lieben Ovid.

Nach römischen Dichtern wie Tibull und Properz Gedichten hat auch Ovid Liebeselegien verfasst („Amores“) und diese schon im Alter von 18 Jahren öffentlich vorgetragen, wodurch er die Popularität eines heutigen Popstars erreichte.

Des Weiteren verfasste er auch die berühmten und vielzitierten „Metamorphosen“, aber das ist eine andere Geschichte. 😉

Heute geht es um die ersten paar Verse von Ovids „Amores“, in welchen er die Liebe mit dem Kriegsdient vergleicht. Anfangs scheint es absurd, doch desto mehr man darüber nachdenkt, desto einleuchtender wird es, versprochen.

Schauen wir es uns mal genauer an.

  • Redewendung:

Wer kennt ihn nicht, den berühmten Spruch „Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt“, welcher einen  oft entschuldigen lässt oder auch in Verlegenheit bringen kann.

Sicher ist, dass dieser seinen Ursprung irgendwie und irgendwo hier findet.

Man will damit sagen, dass man sich- was Liebe und Krieg betrifft- auch selbst opfern kann und dafür auch gern einmal eine dicke Lippe riskiert.

 

  • Darstellung des Amors/Eros/Cupidos:

Zugegeben, das ist eine etwas weit hergeholte Interpretation, dennoch muss ich sie hier anreißen. Wir wissen, der kleine Liebesbringer wird meistens als leicht bekleideter Junge dargestellt, der mit einem Bogen in der Hand durch die Weltgeschichte rennt und mit Liebe um sich streut.

So könnte man den Kriegs-/Liebesdient ebenfalls interpretieren (und ihn sogar historisch nachweisen): alle freuen sich auf ihn, doch unmittelbar danach bereut man es und wünscht sich, er wäre nie in das Leben eingetreten.

Amor/Eros kommt eben, wie er kommen muss.

 

  • Eltern des Amors:

sind Venus/Aphrodite und Mars/Ares.

Na? Was fällt uns auf? 😀

Es ist sicher kein Zufall, dass ausgerechnet die Göttin der Liebe und der Kriegsgott einen Sohn bekommen, der die Herzen anderer (manchmal auch gewaltsam)stiehlt.

Die beiden Götter haben eine Kombination erschaffen, die durchaus tödlich sein kann.

 

 

Also wenn jetzt noch unklar sein sollte, warum man Liebe und Kriegsdienst miteinander vergleichen kann, der sollte sich mit Ovid hin bequemen und die paar Zeilen lesen.  Ich bin mir sicher, danach sind alle Fragen wie weggefegt.

 

Schönes Lesen,

Berni

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