Salzburg ’17: Was Du in Deinen Festspielferien unbedingt erlebt haben musst.

Umsonst ist im Leben nichts – oder doch? Hier eine Liste meiner schönsten und billigsten Erlebnisse in Salzburg die ich ganz unbedingt weiterempfehle.

1. Künstler auf der Straße treffen.

Meistens läuft das so ab: Ich, in Sandlerhose, mit zwei Plastiksackerln in der Hand, gehe über einen Zebrastreifen. Mir entgegen quillt die übliche Menschenflut von der anderen Straßenseite. Plötzlich glaube ich, da ein Gesicht erkannt zu haben, drehe mich um und erkenne von hinten: Das war die Hauptrolle aus Stück so-und-so. Einen Bonuspunkt gibt es wenn Du ihr nachläufst und sie ansprichst. Zwei Bonuspunkte wenn sie dich mag und dir ihre Email-Adresse gibt. Drei Mittleidspunkte wenn sie nie auf die Email antwortet.

2. Eine Oper auf der Siemens-Wand sehen.

Es ist mit Abstand einer der besten Einrichtungen der Festspiel-Saison: Eine große Leinwand, gesponsert von Siemens und dem ORF, auf der alá Freiluftkino fast täglich Opern, Konzerte und Theaterstücke übertragen werden. Bezahlen muss man dafür nichts, Sessel stehen in hunderten dort und wenn es regnet, werden Plastik-Ponchos ausgeteilt. Besonders junge Opern-Nerds rotten sich dort in Scharen zusammen. Die Aufführungen so sehen zu können, mit den Bergen und dem Sonnenuntergang im Hintergrund, ist eine unbeschreiblch schöne Erfahrung.

3. Vor einem Festspiel-Haus um Karten betteln.

Das macht jeder und wir ja eigentlich viel zu selten: Man schreibt „Suche 1 Karte“ so groß wie möglich auf ein Stück Papier, zieht sich hübsch an und stellt sich so vor eine der Spielstätten. Meistens erfolglos – aber wenn tatsächlich jemand eine Karte zu verschenken, oder zu verkaufen hat, entstehen dadurch manchmal sogar jahrelange Freundschaften. 

4. Unabsichtlich in einer Premiere sitzen.

Das könnt ihr euch so vorstellen: Man will ein Stück ganz unbedingt sehen, aber nicht mehr als 20€ für die Karte ausgeben und hat genau an einem Tag Zeit. Irgendwie ist man dennoch an eine Karte gekommen (Balkon, letzte Reihe, Stehplatz, oder so) und betritt selbstgefällig das Festspielhaus, als an einem fünf, sechs große Blondinen in Ball-tauglichen Kleidern vorbeischreiten. Dann noch fünf dunkelhaarige. Dann die dazugehörigen Männer. Dann die Erkenntnis: Du bist in der Premiere gelandet. Das ist dann nicht etwas, mit dem es sich angeben lässt, sondern kann auch während und nach der Aufführung großen Spaß machen: Das Publikum ist dreimal motivierter, als normalerweise und spart selten mit „Bravo-“ oder „Buuh-„Rufen.

5. Sich von Straßenmusikern begeistern lassen.

Kann man eigentlich in jeder Stadt, aber trotzdem darf es auf dieser Liste nicht fehlen. Egal auf welchen Instrumenten und in welchem Stil sie spielen: Gute Straßenmusiker verwandeln einen Spaziergang in deinen persönlichen Operetten-Auftritt und bringen dich zum Weinen, Lachen oder Tanzen. Was gibt es Schöneres?

6. Eine Probe miterleben.

Irgendwie ist es doch immer interessant, hinter die Bühne zu schauen. Die Salzburger ermöglichen dir das mit öffentlichen Proben und offenen Musiker-Hotelzimmern. Also Augen und Ohren auf und Du wirst dem Ge-Übe nicht so schnell entkommen.

7. Durch ein ORF-Interview laufen. 

Irgendwie werden immer alle interviewt, nur ich nicht. Eifersüchtig werde ich dann, wenn das am Nachbarstisch im Kaffeehaus passiert, besonders, wenn ich die fragen selbst genauso gut beantworten könnte: „Und, wie gefallen ihnen die Festspiele denn?“

Meine Lösung: Aufstehen und ganz unabsichtlich ein, zwei Mal im Hintergrund durchs Bild laufen. So bin ich auch, vielleicht, eventuell im Fernsehen und kann es stolz der Welt erzählen.

8. Die Jedermann-Rufe hören. 

Der Jedermann – von Hugo von Hofmannsthal – ist das Kult- und Traditionstheaterstück der Salzburger Festspiele. Der Hauptcharakter Jedermann soll von Tod und Teufel geholt werden. Das kündigen sie an, indem sie ihn rufen. Tatsächlich gerufen wird Jedermann von vier Männern mit guter Stimmausbildung, die an unterschiedlichen Orten in Salzburg sitzen. Da das Stück unter freiem Himmel aufgeführt wird, sind diese Rufe nicht nur für die tatsächlichen Zuschauer und -innen hörbar, sondern für alle Interessenten, die sich nach einem kleinen Gänsehaut-Moment sehnen. 

9. Menschen in schönen Kleidern begaffen.

Die gibt es im Salzburger Sommer besonders am Abend und die meisten von ihnen schauen absolut Atemberaubend aus. Wer also Interesse an Mode hat oder sich von einem schönen Outfit für den nächsten Text inspirieren lassen möchte, der komme nach Salzburg. 

10. Das Leben genießen. 

Egal ob Wanderurlaub oder Opern-Orgie – Salzburg ist ein Ort, an dem man es sich gut gehen lassen kann. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es auch das Lernen für die Schule oder Uni schöner macht, wenn man dabei am Flussufer oder im Mirabellgarten sitzt und hin und wieder einen Blick auf die Altstadt und die Berge im Hintergrund wirft. Für mich ist Salzburg von hinten bis vorne und von oben bis unten die Stadt der Ästhetik und auch ein Schreib-zentrierter Ausflug dorthin lohnt sich immer. Die meisten Schreiber der Geschichte hat es übrigens auch im Laufe ihres Lebens irgendwann einmal hierher gezogen.
Ihr habt weitere Reise-Empfehlungen? Tell me more!

-Susi

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