Plädoyer für ein Schreiber-Kaffee

Wenn man mich fragen würde, wo mein Geld denn eigentlich immer hin verschwindet, gibt es drei mögliche Antworten:

a) Vergoldete Hardcover Bücher die es gratis im Internet gäbe, die ich aber viel zu wunderschön finde, um sie roh und barbarisch in der Nacht von illegal.net herunterzuladen. (Manchmal sind diese Bücher sogar in Sprachen, die ich nicht spreche, aber sie schauen so hübsch aus.)

b) Kleidungsstücke, die ich erst zu brauchen beginne, wenn ich sie erwerbe und die meine Erscheinung im allgemeinen zwar verschönern, jedoch in ihrer Menge nicht ganz gerechtfertigt sind. (Drei verschiedene goldene Ketten mit goldenem, rundem Anhänger, zum Beispiel.)

c) Essen und Trinken, das ich nur kaufe um einen Tag schreibend im von mir erwählten Kaffeehaus verbringen zu dürfen.

Hätte ich die graphischen Fähigkeiten, diese drei in ein Tortendiagramm (diese runden, bunten Dinge) zu verwandeln, würde schnell auffallen, wie viel Platz und Geld Kategorie c) einnimmt. Besonders schlau machen es die momentan mehr als beliebten Coffee-Shops: Alles, was im Cafe konsumiert wird, ist fünfig Cent teurer, als wenn man es auf der Straße konsumiert. Man bezahlt für den Platz, für die Wärme und für die paar exzentrischen Gestalten, die zumindest für mich eine der wichtigsten Ideenquellen sind.

Doch was mir immer öfter passiert: Trotz eines großen Soja-Kaffee-Latte werde ich verjagt, vertrieben, hinaus ins Niemandsland der kalten, weiten Welt.

Meine Idee deswegen:

Ein Kaffee, in dem man für Sessel, Wlan und Steckdose stunden- oder tages-weise bezahlt. Snacks und Getränke sind alá all-you-can-eat im Preis inkludiert. 

Ermäßigungen gibt es, wenn man das Schreiberkaffee in einem Blogbeitrag oder in der Danksagung eines Buchs erwähnt. 

Des Weiteren liegen aktuelle Literaturzeitschriften, Autoren-Ratgeber und Werke der Weltliteratur herum. 

Wer ein Manuskript anbringen möchte, kann nach der Verleger-Karte fragen – einer Liste aller deutschsprachigen Verlage mit wichtigen Informationen, so wie Standort, bekannten Autoren oder Einsendebedingungen.

Abends gäbe es selbstverständlich Veranstaltungen; Lesungen, Wettbewerbe oder Poetry-Slams. 

Wäre wahrscheinlich – zumindest in Städten – eine sehr lukrative Angelegenheit.

In Hoffnung auf enthusiastische Geldgeber, 

Susanne Sophie Schmalwieser

 

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2 Gedanken zu “Plädoyer für ein Schreiber-Kaffee

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