Bonjour, la Baule!

Ein kleiner Einblick in die Welt Frankreichs aus der Sicht einer Sechzehnjährigen

Wer würde nicht gerne einmal für ein Wochenende ans Meer fahren, die Beine ins Meer strecken und den Sand unter den Füßen spüren? Wir hatten dieses Glück in unserer Sprachreise und Glück hatten wir auch mit dem Wetter- zumindest bis Sonntag.

La Baule ist bekannt für seine Touristen, unter anderem auch die Pariser, die gerne am Wochenende hierher fahren, und für den Strand, welcher einer der längsten Eu

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Der Strand von La Baule-ganz ohne Filter

(Foto: Privat.) 

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ropas ist

Ich sah zum ersten Mal den Atlantik… mag sein, dass meine Imagination mit mir spielt, aber er kam mir schon weiter vor als das Mittelmeer, viel mächtiger und stärker erschienen mir die Wellen, die gegen den Sand schlugen.

Das Wasser war eiskalt, (Anfang März kann man schließlich auch nichts anderes vom Atlantik erwarten oder?) ein Mädchen unsere Gruppe ließ sich aber nicht nehmen, einmal ins Wasser zu springen.

Während unter der Woche in der Sprachschule unsere Gehirne rauchten, hatten wir am Strand die Möglichkeit, uns zu entspannen, Sport zu machen (wir spielten leidenschaftlich Frisbee) und die Gegend zu erkunden. Unter anderem stand auch ein Tagesausflug nach Le Croisic an, wo wir Zeit hatten unseren Gaumen kulinarisch zu verwöhnen. Zumindest hatten wir das vor.

Zusammen mit drei Freundinnen setzte ich mich in ein Lokal, von welchem wir dachten, es könne unser Verlangen nach fremdem Essen stillen. Da wir jedoch nicht ganz so hungrige Sechszehnjährige waren, baten wir um ein Menü für vier Personen, woraufhin die Kellnern die Bestellung mit einem nicht mehr ganz so freundlichen Blick quittierte.

Ursprünglich war unser Plan, die Spezialität von Croisic zu kosten, aber anscheinend waren wir zu spät dran.  Daher bestellten wir als Vorspeise Austern und auch wenn ich sie in Japan von kaum bis nie probierte, diesmal biss ich ins feuchte Fleisch… und es schmeckte zu meiner Überraschung nicht schlecht. Gut möglich, dass ich mir es mit viel Wasser und Baguette versuchte schön zu reden, aber es war tatsächlich genießbar. Ein bisschen zu salzig vielleicht, aber definitiv essbar.

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Unsere Austern. (Foto: Privat.)

Trotz dieser positiven Überraschung (ich kann nun frohen Mutes meine Vorurteile gegenüber Austern ablegen) freute ich mich eindeutig mehr auf die Hauptspeise, denn auf die Frage was „irgendetwas-mit-…lette“ sei, bekamen wir als Antwort „Fleisch“. Und mit Fleisch kann man doch bekanntlich nie etwas schiefmachen.

Als wir dann eine Wurst vor uns stehen hatten, schnitten wir sie in vier gerechte Stücke (und das war nicht wirklich viel- ein Stück war etwa der Zentimeter dick) und schon da ging ein undefinierbarer  Gestank von dieser Wurst aus, der mir Tränen in die Augen trieb.

Sicher ein Geruch, den ich nicht so schnell vergessen werde, ich kann ihn förmlich noch immer riechen.

Von außen sah die Wurst wie eben eine normale Wurst aus, aber innen waren längliche, dünne Fleischstücke drinnen, die eine grau-fleischige Farbe hatten.

Zwei meiner Freundinnen bissen todesmutig hinein und schluckten tapfer auch den Rest meiner Wurst herunter.

Ich probierte ein Stück davon, doch diesmal konnten mich selbst Baguette und Wasser nicht überzeugen; der grausige Geschmack lag noch lange nachdem wir das Restaurant verlassen hatten auf meiner Zunge.

Ich kriegte kein weiteres Stück mehr herunter.

„Was ist das?“

-„Sicher kein Fleisch.“

„Aber sie hat doch gesagt, das wäre Fleisch?“

„Vielleicht von einem Meerestier?“

Uns kamen die ekelerregendsten Vorstellungen hoch, was das denn sein könnte. Ich schloss aus dem länglichen Fleisch einen Oktopus, eine andere Freundin tippte auf Möwe. Normalerweise hätte ich das für absurd gehalten, aber diesem Geruch schrieb ich alles zu.

(Von dieser Wurst habe ich übrigens in der ganzen Aufregung kein Bild gemacht.)

Nachdem wir eilig bezahlt und das Restaurant verlassen hatten, googelte Jojo „Andouillette“ (endlich fanden wir das Wort) und als sie vorlas, dass wir gerade Innereien von Schweinen gegessen hatten, spürte ich, wie sich meine zusammenzogen.

Sicher etwas, was ich nicht wieder im Leben probieren werde.

Trotz allem war es eine Erfahrung für sich, man muss schließlich das Beste aus allem machen. ^^

 

Wer von euch durfte schon Erfahrung mit Andouillettes machen? 😉

Liebe Grüße aus Frankreich,

Berni

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