Bonjour, Paris!

 

Ein kleiner Einblick in die Welt Frankreichs aus der Sicht einer Sechzehnjährigen

Ich hab das Fliegen wirklich vermisst. Ich bin seit vier Jahren nicht mehr geflogen und auch wenn es diesmal nur für knapp zwei Stunden war, habe ich es genossen.

Hab mich nicht von der Tatsache stören lassen, dass meine Beine in ihrer Bewegungsfreiheit dezent eingeschränkt waren oder dass der polnische Mann neben mir einen Chihuahua im Handgepäck hatte, hab mich auch ganz brav angeschnallt, als wir (endlich) in CDG gelandet sind.

Da waren wir also. Mit „wir“ meine ich die Schüler, die sich für eine zweiwöchige Frankreichreise entschieden haben. Wir erleben hier sicher ein Erlebnis für’s Leben, deshalb habe ich mich entschlossen, die Momente (auch) schriftlich festzuhalten.

Gut war das Wetter nicht, als wir mit der R.E.R. Richtung Stadtinneres gefahren sind, besser war jedoch, dass ich es geschafft habe, mein erstes Essen auf Französisch zu bestellen. Mehr als „Le Sandwich spontané, s’il vous plaÎt“ und „Merci, au revoir“ war zwar nicht drin, aber Übung macht bekanntlich den Meister.

Nach langem Fahren und muskelstrapazierendes Kofferschieben und –tragen (mir wurde übrigens ganze zwei Mal mit meinem 22,6kg schweren Koffer geholfen 😀 !max. Gewicht 23kg!) sind wir endlich im Hotel angekommen. Klein, aber fein war’s und man hatte einen netten Ausblick auf das verregnete Paris.

Der erste Abend bestand hauptsächlich darin, Futter zu suchen und es zu konsumieren. Schließlich fanden meine Freunde und ich ein nettes asiatisches Lokal inmitten der Stadt. Muss ein witziges Bild gewesen sein: Neun österreichische Jugendliche, die auf Englisch bestellen, sitzen in einem chinesischem Restaurant in Paris. Oui, genauso war das.

Am Tag 2 war das Wetter nicht besser, die Métro  kann ein ganzes (nasses) Lied davon singen. Gesungen wurde übrigens fast in jeder Station, durch die wir gegangen sind, melancholische Melodien füllten die Atmosphäre; schade, dass es so etwas nicht sooft in Österreich gibt.

Die Sightseeing-Tour verlief relativ schnell, dafür aber den ganzen Tag:

Für das musée d’orsay gab man uns eine Stunde (kleiner Tipp: man sollte einen halben Tag einplanen!), die Seine machte mit ihren Grautönen dem Himmel Konkurrenz, das Louvre sahen wir von draußen und unter Regenschirmen, genauso wie die Champs-Elysee. Das Fashion-Week-Zelt wurde außen bewundert  und gelandet sind wir schlussendlich –wie soll es anders bei uns Jugendlichen sein?- ausgehungert und klatschnass im Mc Donald’s. (nicht zu empfehlen, 1,95€ für einen Hamburger!?)

Damit war die Tour aber noch nicht zu Ende, denn das Montmartre stand noch auf dem Plan. Ich muss glaub ich nicht erwähnen, dass das Wetter sich da oben nicht viel gebessert hat, die Aussicht war dennoch atemberaubend.  Beim kurzen Hineinschauen in die Souvenirshops konnten wir uns aber ein wenig aufwärmen und (Halbjapaner-) Touristenklischee welches ich bin, habe ich nicht nur gefühlte tausend Fotos im Sacré-Coeur gemacht, sondern auch noch ein Paris-T-shirt dort gekauft.

Wer nach Paris kommt, sollte wenigstens einmal in einer Crêperie sitzen und auf Crêpe-Wolke 7 schweben, es zahlt sich wirklich aus. Meine geliebte Freundin Jojo (und Zimmergenossin für eineinhalb Wochen – Danke für’s Tolerieren meiner Wenigkeit) hatte jedoch nach der zweiten Portion genug. Für die nächsten zwei Wochen. Ich hingegen könnte jetzt noch jederzeit  eine vertragen.  ^^“

Bis jetzt habe ich nur prunkvolle Kirchen in Frankreich gesehen, darunter die Grabeskirche unserer Schulgründerin (Madeleine Sophie-Barat) und das berühmte Notre-Dame. Dass hier die Glöckner-Geschichte gespielt hat, konnte ich mir gedanklich jedoch  kaum vorstellen, vielleicht lag es an der vollen Messe, die drinnen gelesen wurde.

Gut möglich, dass auch die ganzen nachtaktiven Touristen (unter anderem auch wir) daran schuld waren, dass ich meine Imagination nicht ausleben konnte.

Und dann, an unserem letzten Tag in Paris, kam der Eiffelturm, mein ganz persönliches Highlight.

Auch wenn es wie aus Kübeln geschüttet hat,  war die Aussicht von dort gigantisch. Hab den Regen noch stärker gespürt und der Wind hat wie verrückt an unseren Kleidern gerissen, Handy und Kameras wurden gezückt und Momente festgehalten und ich hab es geliebt da oben. Da oben hab ich Adrenalin und Serotonin gleichzeitig in die Adern bekommen.

Mir wurde nicht selten gesagt, dass Paris schmutzig und nicht die Traumstadt sei und ja, es hatte nicht unbedingt den Stadt-der-Liebe-Flair, aber vielleicht ist es genau das gewesen, was mich an dieser Stadt (trotz Dauerregen) so fasziniert hat.

Grüße aus Frankreich,

Berni S.

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