Wieso 2017 NICHT das Jahr deines Lebens sein wird.

Es heißt schon wieder „Prosit Neujahr!“ und wir stehen am Anfang. Am Anfang eines Monats. Am Anfang eines neuen Abschnitts. Vielleicht sogar am Anfang vom Rest unseres Lebens.

Aber so sehr wir es uns auch wünschen, so sehr wir auch hoffen, alles über den Haufen schmeißen, die Vergangenheit mit einem Schuss Prosecco hinwegschwemmen und mit Knallern und bunten Lichtern in den Himmel schießen zu können, werde ich Dich hiermit enttäuschen:

2017 wird nicht anders sein.

2017 wird im  Jänner beginnen und am einunddreißigsten zwölften enden.

2017 wird Schnee fallen und ihn wieder schmelzen lassen.

2017 wird der Sommer zu heiß und der Winter zu kalt sein.

2017 wirst du Stromrechnungen und Tankstellen bezahlen, wirst du dir Bilder von Was-Wäre-Wenns aufmalen und dich fragen, wozu.

Und auf alle Fälle wird 2017 nicht das Jahr deines Lebens. Das war 2016 auch schon nicht. Das war 2016 auch schon nicht, weil es dir die Rückenschmerzen gegeben und Carrie Fisher genommen hat. Weil es Trump triumphieren hat lassen und den Weltfrieden nicht. Weil es dein Herz gebrochen und dich am Schlafen gehindert hat, weil dank 2016 deine Frisur im Eimer ist und dein Stresslevel auch. 2016 war ein Fiesling, ein Schurke, ein Unhold, ein Bösewicht; selbst die finsterste Märchengestalt wäre nichts gegen das, was die Welt passieren hat lassen. 2016 wurden Frauen vergewaltigt und unschuldige Männer verurteilt; Kinder in die Luft gesprengt und von LKWs überrollt. 2016 haben wir #prayfornizza gerufen,  aber dank Fernsehen und Co. wurden die Toten irgendwann langweilig. 2016 hat unendlich viele Menschen aus unendlich vielen unendlich schlechten Gründen nicht aneinander lieben lassen.

2016 hat die Welt, und hast du ganz persönlich gelitten, hast geweint, bist aber auch daran gewachsen, aufgestanden und hast gelernt, geliebt, was du hattest. 2016 hast du erlebt, erfahren und ein Stück mehr von dir selbst verstanden. 2016, das waren 52 Wochen, 366 Tage; 366 Mal aufstehen, atmen, schaffen. 366 Sonnenaufgänge, 366 Chancen mit einem „Ja, ich will“ in die Welt zu gehen. 2016 war ein Frühling mit  blühenden Blüten, ein Sommer mit neuen Liedern und eine unzählbare Menge an bunten Blättern, die im Wind getanzt haben, bevor sich eine Decke aus weißem Geglitzer über sie legen konnte. 2016 war mehr, als das man es in einer Nacht hochprozentig hinwegspülen und dann knallend in den Himmel schießen könnte.

2016 war viel, aber nicht das Jahr deines Lebens. Das wird 2017 auch nicht sein. Weil ein Jahr an sich nichts bedeutet. Es sind 52 Wochen, 365 beliebig zusammengestückelte Tage, von denen manche gut und manche schlecht sein werden, manche schrecklich und manche schön. Aber so wie auch schon 2016 wird es 2017 nur an Dir liegen, was du daraus machst. Ob du einen Tag als „mies“ abstempelst, weil du krank bist, oder ob du ihn am Sofa verkuschelst und die Ruhe genießt. Es wird an dir liegen, dir den zu kalten Winter wärmer und den zu heißen Sommer kühler zu machen – die Jacke kann dir niemand an- oder ausziehen – außer dir selbst. 2017 werden Rechnungen ins Haus flattern, Schuhe kaputt gehen und Vögel auf dein Auto machen. 2017 wird bergauf und bergab gehen – für dich, ganz persönlich, aber auch für diese Welt. 2017 werden Menschen sterben; aber auch 2017 wird die Sonne 365 mal wieder aufgehen. Und in Wahrheit sollte der 1. Jänner ja auch gar nicht der Anfang vom Rest deines Lebens sein, denn dein Leben, das lebst du schon jetzt. In dieser Sekunde. Wenn 2017 das allerbeste Jahr von allen wäre, hättest du doch gar nichts mehr, worauf du dich freuen könntest – aber auch freuen kannst du dich schon jetzt, in dieser Sekunde. Über alles was du schon gesehen, gefühlt, erlebt hast. Über die verpatzten Chancen, die Fehler und alles, was du aus ihnen gelernt hast. 2017 wird nicht das Jahr deines Lebens sein, aber du kannst schon die letzten Stunden von 2016 zu etwas ganz Besonderem machen – nicht, indem du mehr Sport machst, abnimmst, nicht so oft Geld ausgibst oder weniger trinkst; nicht, indem du eine Wahl gewinnst oder die Welt veränderst, sondern einfach, indem du sie dir selbst ein Stückchen schöner machst. Indem du das Gute suchst wo es versteckt ist, indem du auf andere Männer und Frauen zugehst und alles was lebt unendlich viel liebst. Es ist schwierig, das weiß ich, und wie alles Schöne braucht es Übung. Und ich weiß es auch, dieser Satz ist ein No-Go für Beziehungsfilme, aber ein Sehrwohl-Go für Silvester:

Es liegt verdammt nochmal zu einhundert Prozent an Dir.

 

-susanneschmalwieser-

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