Schwarz, Weiß, Kariert -Rezension „Die Schachnovelle“

Mit der Schulzeit haben auch Hausübungen, Tests und Portfolios angefangen, genauso wie die (gefürchteten) Klassenlektüren.

Meine Klasse wurde aufgefordert, sich die „Schachnovelle“ von Stefan Zweig zu besorgen und diese dann zu Hause zu lesen.

Ich muss zugeben, anfangs war ich nicht sonderlich begeistert, denn wie sollte ein Buch über Schach schon spannend verlaufen? Ich spielte zwar hin und wieder ein paar Partien, konnte mir jedoch nicht im Geringsten vorstellen, was daran so lesenswert sein sollte.

 

Der anfänglich Unmut über die hochgestochene Wortwahl, der auf viele von uns drückte, schlug schnell in ein „hey-so-schlecht-ist-dieses-Buch-gar-nicht“-Gefühl um und so lasen wir es innerhalb weniger Tage schnell durch.

In der „Schachnovelle“, die sich in zwei Handlungsstränge teilt, spricht einerseits ein namenloser Ich-Erzähler über den Schachweltmeister Mirko Czentovic, andererseits wird über das Gespräch mit Dr. B. berichtet, in welchem dieser über seine Gefangenschaft bei den Nationalsozialisten erzählt, wo er Schachpartien auswendig lernte, um in der Isolation Herr über seine Sinne zu bleiben.

Ich mochte Czentovic von Anfang an nicht. Er war meiner Meinung nach zu stolz und so bevorzugte ich automatisch Dr.B. Während des Lesens versetzte ich mich in seine Lage am Rande des Wahnsinns und das Gefühl der Einsamkeit, in welche er gesteckt wurde, lies mich selbst nervös werden.

So begrüßte ich natürlich beim allesentscheidendem Schachspiel von Dr. B. und dem Schachweltmeister seinen Gewinn, doch je besessener er spielte, umso mehr verschwand die Sympathie für ihn und gegen Ende hin begann mir sogar Czentovic leidzutun. Immerhin kapitulierte er als Weltmeister.

Die ärgste Szene war für mich, als Dr. B. anfing, in dem Spielesalon auf und ab zu gehen, wie er damals im Zimmer in der Gefangenschaft bei den Nationalsozialisten auf und ab gegangen war. #Gänsehaut

 

Fazit: Diese Novelle sollte jeder einmal gelesen haben, denn sie ist in der Tat lesenswert und geht unter die Haut.

Berni

 

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